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Der kurze Rundgang, bei dem man die Punkte 1 bis 11 abläuft, endet auch am Markplatz. Er ist auf der Karte durch die durchgezogene dunkelrote Linie gekennzeichnet und eignet sich z. B. für den durchschnittlichen Urlauber und auch für die alte buckelige Verwandtschaft, die man bei ihrem Greifswald-Besuch irgendwie beschäftigen muss. Der mittellange Rundgang, der durch die dunkel- und hellrote Linie markiert ist, umfasst die Punkte 1 bis 12 und 14 bis 15. Er wird in unmittelbarer Nähe zum Markplatz beschlossen und ist ideal für fast alle Studenten, Dozenten und sonstige Ottonormalverbraucher mit gehobenen Ansprüchen. Der lange Rundgang (rote Linien und Punkte) reicht von Punkt 1 bis 16, wobei man sich den Endpunkt selber irgendwo an der fast 2 Kilometer langen Wallanlage setzen kann. Er ist besonders geeignet für Sportstudenten, Kunsthistoriker und Kultururlauber. Ausnahmen können aber gerne die nicht völlig durchdachte Regel bestätigen. |
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| 1) | Aufgrund der ihn umgebenden historischen Häuser zählt der großflächige, nahezu rechteckige Greifswalder Markplatz sicherlich zu den schönsten seiner Art in Deutschland. Unter diesen Häusern stechen besonders die Gebäude Markt 11 und 13, zwei backsteinsichtige ehemalige Wohnspeicherhäuser aus dem Mittelalter, und das ihnen gegenüberliegende große rotangestrichene Rathaus hervor. |
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| 2) | An die andere, sprich: westliche Seite des Rathauses grenzt der wesentlich kleinere Fischmarkt. Auf ihm steht der sogenannte Fischerbrunnen mit Skulpturen des Rostocker Bildhauers Jo Jastram. Das hellblau angestrichene Giebelhaus am Fischmarkt war einst Greifswalds größtes Wohnspeicherhaus. |
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| 3) | Ihm gegenüber an der Baderstraße steht ein in weißen Farben erstrahlendes historisches Gebäude, die Alte Apotheke, die heute Teil des Alfried-Krupp-Wissenschaftskollegs ist. Hinter dem alten Gemäuer schließen sich entlang der Lappstraße die modernen, backsteinsichtigen Gebäude des Kollegs an. Das Kolleg soll "herausgehobener Forschung dienen und Projekte interdisziplinärer und internationaler Zusammenarbeit verwirklichen". |
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| 4) | Am Ende der Lappstraße stößt man auf den Chor des Doms St. Nikolai. Im Schatten seines nahezu 100 Meter hohen Turmes liegt die ehemalige Friedrichsche Seifensiederei, ein altes Backsteingebäude, das heute als Caspar-David-Friedrich-Zentrum dient. Dort kann man Ausstellungen zum Leben und Wirken des berühmten Malers sehen. Außerdem erinnert eine Schauwerkstatt in dem ursprünglich gewerblich genutzten Gebäude, dass Greifswalds berühmtester Sohn der Sprößling eines Seifensieders und Kerzenziehers war. |
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| 5) | Der Eingang zum Dom befindet sich auf der anderen Seite, oder genauer gesagt: an der südlichen Turmseite. Der Baubeginn der monumentalen dreischiffigen gotischen Basilika fällt in die Mitte des 13. Jahrhunderts. Im Inneren ist das Mittelschiff fast einheitlich neugotisch gestaltet, während die Seitenschiffe Spuren nahezu aller Epochen ihrer langen Geschichte seit dem Mittelalter aufweisen. Eine Bildtafel aus dem 15. Jahrhundert, die die ersten Greifswalder Professoren zeigt, erinnert in einer Seitenkapelle daran, dass der Gründungsakt der Universität 1456 im Dom St. Nikolai vollzogen wurde. |
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| 6) | Über die Domstraße erreicht man den großflächigen Rubenowplatz und das um 1750 errichtete Universitätshauptgebäude, das mittlerweile in weißen und grauen Farben angestrichen ist. Auf dem Platz steht das Rubenowdenkmal, das 1856 zur 400-Jahr-Feier der Uni aufgestellt wurde und den Namen des ersten Rektors der Universität trägt. Hinter dem Hauptgebäude befindet sich ein weiterer schöner Platz bzw. Innenhof, um den sich das Auditorium Maximum, das Physikalische Institut, ein Klinikgebäude und das eben erwähnte Hauptgebäude gruppieren. |
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| 7) | Westlich an den Rubenowplatz grenzt die Jakobikirche, die kleinste der drei mittelalterlichen gotischen Hauptkirchen Greifswalds. Das dreischiffige Sakralgebäude ist recht einfach ausgestattet, hat aber ein paar schöne Altarbilder und eine Kanzel aus dem 19. Jahrhundert.
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| 8) | Das ehemalige St.-Spiritus-Hospital wird heute als Soziokulturelles Zentrum genutzt. Bemerkenswert schön ist der beschauliche Innenhof mit den kleinen historischen Fachwerkgebäuden. Man erreicht ihn über einen Hauseingang an der Langen Straße. Von Innenhof hat man auch einen schönen Ausblick auf den Turm von St. Nikolai.
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| 9) | Über die Weißgerberstraße gelangt man zum großen Klinikgelände der Universität. In seinem westlichen und südlichem Bereich stehen noch viele schöne alte sehenswerte Fakultätsgebäude (Institut für Pathologie, Toxikologie, etc) aus dem 19. Jahrhundert.
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| 10) | Wo die Hunnenstraße in die Friedrich-Loeffler-Straße mündet, endet ein langgezogener, 1802 erbauter zweigeschossiger Speicher mit gelbem Anstrich. An seinem Giebel ist noch ein Lastenaufzug vorhanden.
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| 11) | Nun läuft man eine etwas längere Strecke die Friedrich-Loeffler-Straße mit ihren nicht wenigen schönen Bauwerken aus sozialistischer Zeit entlang und biegt dann links in die Bachstraße ab. Auf dem Haus Nr. 17 ist eine Tafel mit der Inschrift "Hier wohnte Ernst Moritz Arndt" angebracht. Der Historiker, Politiker und Schriftsteller war sowohl Student als auch Dozent an der Universität, die heute nach ihm benannt ist. Ein paar Schritte weiter ist man wieder am Marktplatz. Der kleine Rundgang endet hier.
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| 12) | In der Knopfstraße befindet sich ein schönes Bauensemble aus drei historischen Gebäuden, das heute die Stadtbibliothek beherbergt. Sie ist nach Hans Fallada, einem weiteren berühmten Sohn der Stadt, benannt. Das nördliche, mit einem dunkelroten Anstrich versehene Gebäude des Ensembles verfügt noch über einen wunderschönen Giebel aus der Zeit um 1600.
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| 13) | Wer den langen Rundgang unternehmen möchte, läuft die Knopfstraße weiter bis zur Fußgängerbrücke über den Fluss Ryck und wirft einen Blick über den Hafen bzw. Museumshafen. Hier ankern noch unter anderem bis zu 100 Jahre alte Frachtsegler.
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| 14) | Der Eingang zur Marienkirche, einer dreischiffigen Backsteinhallenkirche, liegt an der Brüggstraße. Aufgrund ihrer massiven und gedrungenen Form - es fehlt ihr nämlich ein Chor - wird sie auch liebevoll die Dicke Marie genannt. Sehenswert an ihrem Äußeren ist besonders der schön gestaltete Giebel im Osten, an ihrem Inneren die schöne mittelalterliche Farbgestaltung, die Orgel und das Altarbild.
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| 15) | Die Gemäldegalerie des Landesmuseums ist in einem weiß gefärbten klassizistischen Gebäude an der Mühlenstraße untergebracht, den Eingang zum Landesmuseum findet man jedoch in einem weiteren klassizistischen Gebäude in der Rakower Straße, einer Marktausfallstraße. Im Pommerschen Landesmuseum werden - nomen est omen - interessante Kulturgüter aus ganz Pommern in vielen Ausstellungsräumen präsentiert. Hier kann man den Rundgang eventuell mit einem Museumsbesuch beschließen.
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| 16) | Wer nun immer noch nicht in seiner Stadtbildneugierigkeit gesättigt ist, muss nur noch ein paar Schritte weiter zum Wall laufen. Er gehörte früher zu den mittelalterlichen Verteidigungsanlagen, ist aber später zu einer begrünten Promenade umgestaltet worden, die rund 70 Prozent der historischen Innenstadt umläuft. Es empfiehlt sich, den Wall in westliche Richtung (auf der Karte nach links) abzulaufen. Nach vielen schönen Stadtansichten erreicht man nach rund einem Kilometer das Gelände hinter den Unikliniken bzw. das Flüsschen Ryck.
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Wenn man allerdings bei einem Rundgang etwas mehr als die oben dargestellten Kurzinformationen über Greifswald erfahren möchte, ist es wahrscheinlich unumgänglich, entweder Geld in entsprechende ausführlichere Stadtführerliteratur zu investieren oder direkt einen leibhaftigen Führer bei der Universität oder der Stadtinformation zu buchen. |
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© Andreas Reuter